textelle InfoLetter November 2002 Schwerpunktthema:Vom (Un-)Sinn der Fremdwörter ...
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textelle InfoLetter November 2002

Informationen, Tipps, Links, Hintergründe zu Text und Kommunikation

Herausgeberin: Susanne Ackstaller

ISSN (eMail): 1618-8632
ISSN (Archiv): 1618-8640

Eine Publikation von http://www.textelle.de
Texte, die für Ihr Unternehmen sprechen

Inhalt:

  1. SCHWERPUNKT:
    Vom (Un-)Sinn der Fremdwörter ...
  2. KURZ VORGESTELLT:
    Wolf Schneider:
    Deutsch für Profis.
    Wege zu gutem Stil.
  3. IN EIGENER SACHE
  4. INTERNET AT ITS BEST:
    Linktipp
  5. IMPRESSUM


1. SCHWERPUNKT:

Vom (Un-)Sinn der Fremdwörter ...

Fremdwörter haben schon lange Einzug gehalten in unsere Sprache. Büro, Pullover, Film, Sport - um ein paar Beispiele zu nennen - sind im Deutschen so heimisch, dass man sich kaum an ihren Ursprung erinnert, geschweige denn sie als Fremdwörter wahrnimmt. Aus Fremdwörtern wurden damit sogenannte Lehnwörter.

In letzter Zeit allerdings - mit zunehmender Globalisierung und elektronischer Vernetzung sowie im Zuge des New-Media-Booms - macht sich ein Trend bzw. eine sprachliche Unsitte breit, die einem das Grausen lehren kann: ein Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch, spöttisch auch als "Denglisch" bezeichnet. Da gibt es dann so Kapriolen wie "peace box" (statt "Sarg"), "Roll-out-Team" oder "Helpline Services" - mal ehrlich: Soll man dabei lachen oder weinen? Und all das wohl im (Irr-)Glauben, sich damit als besonders cosmopolitisch, innovativ und aufgeschlossen zu zeigen. Ganz interessant - aber eigentlich ein Armutszeugnis für unser deutsches Sprach-Selbstbewusstsein: Manche Wörter wurden nur nach englischem Muster gebildet, ohne dass es sie im englischen Sprachraum überhaupt gibt! Sogenannte Scheinentlehnungen sind z. B.: Handy, Twen, Dressman, Showmaster (Quelle: Duden Band 9: Richtiges und gutes Deutsch)

Kurz und gut, und selbst wenn so mancher New-Media-Macher anderer Meinung ist: Schönes - und vor allem gutes - Deutsch ist es nicht, das vermeintliche Weltbürgertum durch die unreflektierte Verwendung von Anglizismen und Amerikanismen zu demonstrieren. Und: Eine solche Sprache hat auch nichts mit Erfolg zu tun - im Gegenteil! Eine Studie (siehe auch http://www.vds-ev.de) belegt: Die Verlierer der "New Economy" sprachen Denglisch - wurden sie von ihren Kunden vielleicht nicht verstanden?

Nein, es geht nicht darum Fremd- oder fremdsprachliche Zitatwörter völlig zu verbannen - selbst wenn man statt "Computer" auch "Rechner" oder statt "Rollerskates" auch "Rollschuhe" sagen könnte. Gute Sprache zeichnet sich vielmehr dadurch aus, dass Fremdwörter bewusst verwendet werden: um eine umständliche oder unvollkommene deutsche Umschreibung zu vermeiden oder bestimmte sprachliche Feinheiten und Facetten korrekt widerzugeben.

Aber bitte!! lassen Sie uns aus Weihnachten nicht "X-mas" machen und aus dem guten alten Nikolaus nicht den "Santa Claus" - wir sprechen Deutsch, und so soll es auch bleiben!

Übrigens: Dieser textelle InfoLetter entstand auf Anregung von Joachim Gröger, London, dem ich für unsere interessante eKorrespondez herzlich danke! Wenn auch Sie ein Thema auf dem Herzen haben: Unter themen@textelle.de sind Sie damit jederzeit willkommen!


2. KURZ VORGESTELLT:

Dieses Buch hatte ich bereits vor einigen Monaten vorgestellt. Da es sich dabei um ein wirkliches Standardwerk handelt, das eigentlich in jedes Buchregal gehört, empfehle ich es gerne nochmals, besonders auch, weil es so gut zum Thema passt:

Wolf Schneider:
Deutsch für Profis.
Wege zu gutem Stil.

Ganz interessant, was Schneider zu der Verwendung von Fremdwörtern schreibt:

"Das Fremdwort ist dann willkommen oder mindestens erlaubt, falls es

  • verständlich und treffend ist (Sex, Ironie)
  • verständlich und auf dieser Stilebene nicht durch ein deutsches zu ersetzen ist (homosexuell)
  • Lokalkolorit vermittelt (Datscha)
  • zwar nicht allgemeinverständlich, aber bisher ohne deutsche Entsprechung ist."

Aber nicht nur im Zusammenhang mit Fremdwörtern ist Schneiders Buch von unschätzbarem Wert - und nicht nur für jeden Text-Profi. Er sensibilisiert für schlechten Stil und gibt gleichzeitig Rezepte an die Hand, wie man es besser machen kann. Ein Standardwerk für alle, die gut, interessant, verständlich und dazu korrekt schreiben möchten.

Wolf Schneider:
Deutsch für Profis.
Wege zu gutem Stil.
Mosaik bei Goldmann (1999)

Bei Amazon auf
http://www.amazon.de


3. IN EIGENER SACHE:

textelle goes textblog.de :-)
http://www.textblog.de - meine Notizen dies- und jenseits des Web ...


4. INTERNET AT ITS BEST:

Linktipp

Passend zum Thema UND zur Jahreszeit:
http://vds-ev.de/literatur/humor/x-mas.php - Schmunzeln garantiert! ;-)


5. IMPRESSUM:

Susanne Ackstaller
textelle
Freisinger Straße 2
85414 Kirchdorf

Der nächste textelle InfoLetter erscheint Mitte Dezember 2002.

Selbstverständlich freue ich mich über Ihre Anregungen, Feedback und Kommentare an feedback@textelle.de.

Wenn Sie den textelle InfoLetter weiterempfehlen möchten - nur zu! Ihre Freunde und Geschäftspartner können sich mit einer leeren Mail an infoletter-abo@textelle.de in den Verteiler eintragen.

Eine stressfreie Vorweihnachts- und Adventszeit mit leckeren Plätzchen und süffigem Glühwein wünscht Ihnen

Susanne Ackstaller


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